Hilfe fĂŒr Helfer: UnterstĂŒtzung fĂŒr den Bundesverband Kinderhospiz

200630 Pauli

Die DFB-Egidius Braun Stiftung fördert Familien, die in sozialrechtlichen Fragen die Hilfe des Bundesverbands Kinderhospiz in Anspruch nehmen wollen. Diesen Artikel hat die Stiftung dazu veröffentlicht:

Der Bundesverband Kinderhospiz engagiert sich fĂŒr Familien, in denen Kinder oder Jugendliche mit lebensverkĂŒrzenden Erkrankungen zu Hause sind. Die Corona-Pandemie hat diese Arbeit erschwert. Da kommt die UnterstĂŒtzung seitens der DFB-Stiftung Egidius Braun und der Nationalmannschaft gerade recht. Im Rahmen der Initiative „KindertrĂ€ume“ unterstĂŒtzen die beiden Partner den Bundesverband beim Aufbau einer speziellen Sprechstunde.

Überall in der Republik mĂŒssen sich die Menschen angesichts der Corona-Pandemie mit neuen LebensumstĂ€nden arrangieren. Das fĂ€llt nicht immer leicht. Erst recht nicht, wenn schon der gewohnte Alltag mit gewaltigen Herausforderungen einherging. Dann birgt die neue RealitĂ€t zusĂ€tzliche HĂŒrden, die ohne UnterstĂŒtzung kaum zu nehmen sind. In besonderem Maße gilt dies fĂŒr Familien, in deren Mitte Kinder oder Jugendliche mit lebensverkĂŒrzenden Erkrankungen zu Hause sind. „Die Menschen, um die wir uns kĂŒmmern, haben ohnehin ein wirklich hartes Schicksal. Die Pandemie hat vieles noch schwieriger gemacht“, sagt Sabine Kraft. Seit 2005 ist die SozialpĂ€dagogin und Betriebswirtin als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz tĂ€tig. Ihr Engagement gilt damit Kindern und Jugendlichen mit Schwerst- oder Mehrfachbehinderungen, Stoffwechsel-, Muskel- und schweren Krebserkrankungen sowie deren Angehörigen. In Deutschland sind weit mehr als 40.000 junge Menschen mit diesem Schicksal konfrontiert. „Jahr fĂŒr Jahr sterben rund 5.000 Kinder und Jugendliche mit solch einer Diagnose an ihrer Erkrankung“, verdeutlicht Kraft die Dimension des Leids.

Die im 2002 gegrĂŒndeten Bundesverband und den darin organisierten rund 150 stationĂ€ren und ambulanten Einrichtungen tĂ€tigen Mitarbeitenden bemĂŒhen sich darum, die Erkrankten sowie deren Eltern und Geschwister bestmöglich zu betreuen, zu begleiten und palliativpflegerisch zu beraten – oftmals ĂŒber viele Jahre. Insbesondere letzteres Anliegen ist durch die Ausbreitung des Virus arg erschwert worden. Dabei ist der Bedarf angesichts der finanziellen Auswirkungen der Krise und zusĂ€tzlicher psychischer Belastungen eher gewachsen denn gesunken. „Zu persönlichen BeratungsgesprĂ€chen zu kommen, ist fĂŒr die meisten Betroffenen in dieser Situation nicht ratsam“, erklĂ€rt Kraft. Denn jeder Kontakt mit Außenstehenden birgt das Risiko, das Virus in die Familie zu holen. FĂŒr Menschen mit einem ohnehin geschwĂ€chten Immunsystem könnte dies bittere Folgen haben. „Die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir zu tun haben, sind alle Hochrisiko-Patienten“, bringt es Kraft auf den Punkt.

Sozialrechtliche Sprechstunde als neues Angebot

Doch die Fragen der Familien dulden keinen Aufschub. Immer wieder gilt es diffizile GesprĂ€che mit Pflegekasse und Krankenkassen zu fĂŒhren oder sich im Dickicht der sich stĂ€ndig Ă€ndernden sozialrechtlichen Bedingungen zurechtzufinden. „Manchmal sind es auch ganz banale Nöte. Da dauert beispielsweise die Reparatur des dringend benötigten Rollstuhls viel zu lange“, so Kraft. Daher haben ihre Mitstreitenden und sie neue Wege eingeschlagen. Der Bundesverband Kinderhospiz stellte neben dem rund um die Uhr erreichbaren Sorgentelefon „Oskar“ eine wöchentliche sozialrechtliche Sprechstunde auf die Beine. An Freitagnachmittagen steht nun eine Juristin den betroffenen Eltern am Telefon und per E-Mail Rede und Antwort.

Einige Fragen sind leicht beantwortet. Manchmal geht es auch nur darum, zuzuhören oder Kontakte zu anderen Betroffenen zu vermitteln. Nicht selten ist aber eine eingehende Rechtsberatung erforderlich. „Diese kostenfreie UnterstĂŒtzung können wir aufgrund unserer Vereinssatzung jedoch nur Mitgliedern anbieten“, beschreibt Kraft. Die Kosten fĂŒr die nötige Fördermitgliedschaft sind mit 60 Euro jĂ€hrlich eigentlich ĂŒberschaubar. Doch in vielen betroffenen Familien ist auch diese Summe nicht so leicht zu entbehren, betont die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin. Viele Eltern könnten nicht mehr arbeiten, weil die Betreuung der erkrankten Kinder viel Zeit und Kraft koste. Hinzu kĂ€men die hohen Ausgaben fĂŒr die palliative Versorgung.

Die UnterstĂŒtzung seitens der DFB-Stiftung Egidius Braun setzt bei der psychosozialen Versorgung an. Im Rahmen der Initiative KindertrĂ€ume, die die :Stiftung gemeinsam mit der Nationalmannschaft realisiert, wird 20 Familien eine Fördermitgliedschaft ermöglicht. „Sabine Kraft und ihr Team des Bundesverbands stellen sich in bewundernswerter Weise einer großen Herausforderung und stehen Familien mit einem schweren Schicksal bei. Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung und unterstĂŒtzen gerade auch in dieser besonderen Zeit das so wichtige Engagement sehr gerne“, erklĂ€rt Tobias Wrzesinski, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der DFB-Stiftung Egidius Braun. Hilfe fĂŒr Helfer – eine gute und lange Tradition in der Stiftung, die bestĂ€tigt: Fußball ist eben tatsĂ€chlich mehr als ein 1:0.

Zur vollstÀndigen Pressemitteilung

 

Die Corona-Warn-App ist da!

200617 Corona App

Seit dem 16.06.2020 kann in Deutschland die Corona-Warn-App auf Smartphones geladen werden. So kann die Corona-Pandemie effektiver bekÀmpft werden, weil Infektionsketten erkannt und unterbrochen werden können. In dieser Pressekonferenz wurde die neue App vorgestellt: https://youtu.be/GDnaNMGbXnw

 

Noch keine Entwarnung

220520 Focusonline

Dieses Interview mit BVKH-GeschaftsfĂŒhrerin Sabine Kraft hat Focus online zur aktuellen Situation der Kinderhospize gefĂŒhrt.

Hier gehts zum Interview

 

Endlich wieder persönlich begleitet

200513 Aktuelles

Kinderhospize planen den Weg zurĂŒck in die NormalitĂ€t - Bundesverband Kinderhospiz verhandelt zu Fördermaßnahmen

Die Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland bereiten sich darauf vor, ihre Dienste fĂŒr Familien mit schwerstkranken Kindern wieder in gewohntem Maße aufzunehmen. In den vergangenen Wochen waren ambulante Begleitungen oder auch stationĂ€re Aufenthalte fĂŒr viele Familien wegen der Corona-Pandemie nur eingeschrĂ€nkt möglich. „Die Kinderhospizeinrichtungen haben den schwierigen Balance-Akt sehr gut gemeistert, Familien und das eigene Personal bestmöglich zu schĂŒtzen und trotzdem eine Begleitung zu ermöglichen“, lobt Sabine Kraft. Als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz ist ihre Aufgabe seit Wochen, das Krisenmanagement zu koordinieren und ĂŒber mögliche Fördermaßnahmen fĂŒr Kinderhospize zu verhandeln. „Über Telefon und Videochats haben unsere Mitglieder stĂ€ndig den Kontakt zu betreuten Familien gehalten“, berichtet Kraft, „doch natĂŒrlich ist der direkte persönliche Austausch enorm wichtig. Die totale Isolation macht auch Familien mit schwerstkranken Kindern sehr zu schaffen – viele freuen sich nun sehr darauf, die Kinderhospiz-Mitarbeiter endlich wiederzusehen! In jedem einzelnen Fall muss nun entschieden werden, wann eine Wiederaufnahme sinnvoll ist.“

Damit Kinderhospizeinrichtungen auch weiterhin genau die wertvollen Hilfen anbieten können, die Familien mit einem lebensverkĂŒrzend erkrankten Kind brauchen, bedarf es allerdings finanzieller Hilfe. Kinderhospizarbeit war auch vor Corona in hohem Maße von Spenden abhĂ€ngig – was in der sich entwickelnden Wirtschaftskrise erst recht zum Problem wird. Außerdem sind fĂŒr viele Kinderhospizdienste durch die Corona-Krise die Berechtigungsgrundlagen fĂŒr eine Förderung weggefallen. Deshalb setzt sich der Bundesverband Kinderhospiz mit aller Kraft gemeinsam mit dem DKHV und den SpitzenverbĂ€nden der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhospizarbeit fĂŒr einen Ausgleich von Corona bedingten Belastungen fĂŒr die Kinder-, Jugend und Erwachsenenhospize ein.

FĂŒr stationĂ€re Einrichtungen steht bereits fest, dass sie nach den Ausgleichsregelungen des COVID 19-Krankenhausentlastungsgesetzes unter den Rettungsschirm des Bundes fallen und dementsprechend entlastet werden können. „Wir sind sehr erleichtert ĂŒber diese Regelung. Es mĂŒssen noch letzte Details geregelt werden, dann können die Hilfsmaßnahmen schnell greifen,“ so Kraft.
FĂŒr ambulante Kinderhospizdienste, die die Familien zuhause betreuen, wird eine Ă€hnliche Fördermöglichkeit derzeit geprĂŒft. Der Bundesverband Kinderhospiz steht dazu im engen Austausch mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen GKV.

Bereits vor der Corona-Pandemie setzte sich der Dachverband der deutschen Kinderhospize dafĂŒr ein, dass fĂŒr die Leistungen ambulanter Dienste in der Kinderhospizarbeit eigene Rahmenvereinbarungen getroffen werden, wie es sie fĂŒr stationĂ€re Einrichtungen bereits gibt. Nur so könne gewĂ€hrleistet werden, dass die speziellen BedĂŒrfnisse von lebensverkĂŒrzend erkrankten Kindern und ihren Familien ausreichend berĂŒcksichtigt werden und finanzierbar seien, so Kraft. Die entsprechenden Verhandlungen, bei denen der Bundesverband Kinderhospiz diese Notwendigkeit vertreten wird, finden Anfang Juni statt.

„Mehr denn je ist es derzeit von entscheidender Wichtigkeit, dass die Kinderhospizeinrichtungen finanziell in der Lage bleiben, ihre Arbeit zu tun“, mahnt Kraft. „FĂŒr betroffene Familien ist dies unglaublich wichtig. Es gibt niemanden sonst, der sich so um sie kĂŒmmern kann. Gerade jetzt haben diese Menschen besondere Aufmerksamkeit und unsere ganze FĂŒrsorge verdient!“

 

 

Kinderkommission: BedĂŒrfnisse und Rechte von Kindern in der Corona-Pandemie nicht aus dem Blick verlieren

200508 kinderkommision

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages mahnt, die BedĂŒrfnisse und die in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieften Rechte von Kindern in der Corona-Pandemie nicht aus dem Blick zu verlieren. In einem Pressetext erklĂ€rt sie hierzu:

„Jede politische Entscheidung ĂŒber Maßnahmen zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie muss letztlich mit einem Zielkonflikt zwischen Schutz der Gesundheit, Wahrung persönlicher Freiheiten und Folgen fĂŒr die ökonomische Entwicklung umgehen. Dabei muss der Blick auch auf die Kinder gerichtet werden.
Kinder haben einen Anspruch auf soziale Kontakte, frĂŒhkindliche und schulische Bildung. Von Mitte MĂ€rz bis Anfang Mai waren Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen sowie Spiel- und SportplĂ€tze weitestgehend geschlossen und Vereinsangebote gestrichen. Kinder konnten kaum persönliche Beziehungen zu Freunden und engen Verwandten unterhalten. Diese Situation kann nur in einem absoluten Ausnahmezustand gerechtfertigt werden.
Familien mit Kindern sind angesichts der Corona-bedingten EinschrĂ€nkungen besonders belastet. Eltern mĂŒssen neben der Arbeit in Beruf und Haushalt das fehlende Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebot ersetzen und sind angesichts der Krise nicht selten mit wirtschaftlichen Unsicherheiten konfrontiert. Gerade fĂŒr Alleinerziehende bedeutet diese Situation eine gewaltige Belastung.
FĂŒr Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien wirken sich die fehlenden Bildungschancen bei einer lĂ€nger andauernden Schließung von Schulen und KindergĂ€rten langfristig besonders negativ aus. Familien mit Kindern, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Behinderungen im Alltag besondere UnterstĂŒtzung benötigen, sind auf funktionierende Strukturen sowohl bei Behörden als auch im Gesundheits- und Sozialsektor angewiesen.
Die Folgen des Shutdowns fĂŒr Kinder, die in einem hĂ€uslichen Umfeld aufwachsen, in dem Alkoholismus, Gewalt oder Missbrauch eine Rolle spielen, sind sehr besorgniserregend. Hier fehlen Ausweich- und Fluchtmöglichkeiten. Gleichzeitig sind Hilfsangebote angesichts der Corona-Maßnahmen vielerorts nur eingeschrĂ€nkt zugĂ€nglich.
Die Kinderkommission begrĂŒĂŸt grundsĂ€tzlich die Maßnahmen, die unter anderem die Jugend- und Familienministerkonferenz und die Kultusministerkonferenz sowie die Konferenz der MinisterprĂ€sidenten und der Bundeskanzlerin mit Blick auf die schrittweise Öffnung von Bildungs- und Betreuungsangeboten in die Wege geleitet haben.
Die Kinderkommission unterstreicht, dass es nach einer begrenzten Übergangszeit einer echten Perspektive fĂŒr Kinder und Familien bedarf, wann und wie Betreuungseinrichtungen, Schulen, außerschulische und sonstige Angebote einen regel-mĂ€ĂŸigen Betrieb wieder aufnehmen können. Dabei muss um-sichtig, schrittweise, differenziert und kreativ vorgegangen werden. Es muss akzeptiert werden, dass gerade kleine Kinder - bei aller Bereitschaft - oft nicht in der Lage sind, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.“