Informationen zur Geszundheitsversorgung von FlĂŒchtlingen

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Menschen, die aus der Ukraine in Deutschland eintreffen, sollen medizinisch versorgt werden können. GeflĂŒchtete aus der Ukraine haben AnsprĂŒche auf medizinische Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Hierzu ist eine Registrierung z. B. in Aufnahmeeinrichtungen oder AuslĂ€nderbehörden erforderlich. Nach erfolgter Registrierung wird eine Bescheinigung (Ankunftsnachweis oder Anlaufbescheinigung) ausgestellt, die bei der zustĂ€ndigen Leistungsbehörde vorgelegt werden kann. Der Leistungsanspruch ist jedoch reduziert und entspricht nicht dem eines regulĂ€r krankenversicherten BĂŒrgers.

ZustĂ€ndig fĂŒr die Umsetzung dieses Leistungsanspruchs sind die BundeslĂ€nder bzw. die von ihnen per Landesgesetz bestimmten Behörden, in der Regel die SozialĂ€mter. Die LeistungsgewĂ€hrung nach dem AsylbLG liegt demnach im Ermessen der kommunalen LeistungstrĂ€ger. Der Leistungsanspruch fĂŒr GeflĂŒchtete aus der Ukraine umfasst in Deutschland:

  • die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzen inklusive der Versorgung mit den benötigten Arznei- und Verbandmitteln,
  • die Versorgung von Schwangeren,
  • einen Anspruch auf Schutzimpfungen,
  • einen Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen,
  • in medizinisch notwendigen EinzelfĂ€llen eine Psychotherapie nach dem Asylbewerberleistungsgesetz,
  • in medizinisch notwendigen EinzelfĂ€llen Hilfsmittel, die aber vorab zu genehmigen sind.

GeflĂŒchtete mit Krankenbehandlungsschein sind sowohl von der Zuzahlung als auch von etwaigen Mehrkosten befreit. Die zustĂ€ndigen Ämter der Kommunen stellen diese Behandlungsscheine aus, mit denen die GeflĂŒchteten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen können.

In NotfĂ€llen kann die Behandlung auch ohne Krankenbehandlungsschein erfolgen. Notwendig ist hierfĂŒr ein gemeldeter Aufenthaltsort oder die Unterbringung in einer örtlichen Einrichtung. Neben der Ausgabe von Behandlungsscheinen durch die Kommunen gibt es ein einfacheres Verfahren, wenn eine entsprechende Vereinbarung zwischen den jeweiligen BundeslĂ€ndern und den gesetzlichen Krankenkassen getroffen wurde. Hier können GeflĂŒchtete eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) anstelle der Behandlungsscheine der Kommunen erhalten.

Solche Vereinbarungen zur Umsetzung des Asylbewerberleistungsgesetzes
(AsylbLG) bestehen nach Angaben des Bundesministeriums fĂŒr Gesundheit
(BMG) aktuell in 9 von 16 BundeslÀndern:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Schleswig-Holstein
  • ThĂŒringen

Um die medizinische Versorgung von GeflĂŒchteten aus der Ukraine zeitnah möglichst umfĂ€nglich zu gestalten, soll es eine Klarstellung an die zustĂ€ndigen Kommunen geben, das Asylbewerberleistungsgesetz „weit zu interpretieren“, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am 11.MĂ€rz 2022 im Rahmen einer Veranstaltung des GKV-Spitzenverbandes.

In der Vergangenheit kam es wohl vor, dass sich die auf der Verordnung angegebenen KostentrĂ€ger (Sozialamt, etc.) gelegentlich fĂŒr unzustĂ€ndig erklĂ€rten und fĂŒr die Erstattung auf eine andere Behörde oder eine Krankenkasse verwiesen. Es empfiehlt sich im Zweifel, das Vorgehen mit dem zustĂ€ndigen Amt abzuklĂ€ren.

Ein Asylantrag fĂŒr KriegsflĂŒchtlinge aus der Ukraine ist derzeit nicht notwendig. Der erforderliche Schutz wird in einem anderen schnelleren Verfahren gewĂ€hrt und GeflĂŒchtete erhalten ohne Antrag eine Aufenthaltserlaubnis. Ukrainischen Staatsangehörigen wird deshalb seitens der Bundesregierung empfohlen, von der Stellung eines Asylantrages abzusehen. Das Recht, zu einem spĂ€teren Zeitpunkt einen Asylantrag zu stellen, besteht jedoch unabhĂ€ngig davon fort.

Weitere Informationen zum Thema Flucht und Asyl finden Sie auch auf der Seite der Bundesbeauftragten fĂŒr Migration, FlĂŒchtlinge und Asyl in Deutsch und Ukrainisch: https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/staatsministerin/krieg-in-der-ukraine

Informationen zu Fragen der Krankenversorgung, Impfungen usw. finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums fĂŒr Gesundheit:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/medizinische-versorgung-der-menschen-aus-der-ukraine.html

DarĂŒber hinaus wurde von Aktion Mensch e. V. die "Sonderförderung Ukraine: Hilfe fĂŒr geflĂŒchtete Menschen" in Höhe von 20 Millionen Euro eingerichtet, um die Lage der GeflĂŒchteten sowie die Möglichkeiten der Helfenden unbĂŒrokratisch und schnell zu verbessern. Gefördert werden freie gemeinnĂŒtzige Organisationen, die Projekte umsetzen, um KriegsflĂŒchtlingen die nötige Hilfe fĂŒr ein sicheres Ankommen und schnellen Zugang zu unterstĂŒtzenden Angeboten ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.aktion-mensch.de/foerderung/foerderprogramme/sonderfoerderung-ukraine

Auch die Deutsche Krebshilfe hat einen Hilfsfonds fĂŒr an Krebs Erkrankte und Zugehörige aus der Ukraine eingerichtet fĂŒr Ukrainer und Ukrainerinnen, die in onkologischen Zentren behandelt werden mĂŒssen. Mehr dazu: https://www.krebshilfe.de/helfen/rat-hilfe/hilfsfonds-ukraine/

 

 

Das war der Tag der Kinderhospizarbeit 2022

 

Interview: Leben im Kinderhospiz

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„Man wird so akzeptiert wie man ist“

Seit ihrer Geburt hat Laura-Jane Dankesreiter eine Muskelerkrankung – die 24-JĂ€hrige ist auf den Rollstuhl angewiesen. Hilfe bekommt sie und ihre Familie seit vielen Jahren in einem Kinderhospiz. Dort fĂŒhlt sich die junge Frau besonders wertgeschĂ€tzt; auch „weil man nicht auf seine Erkrankung reduziert wird“. Im Interview erzĂ€hlt sie, wie ihr die Zeit im Kinderhospiz konkret hilft – und was sich hinter „GrĂŒne Bande“ verbirgt.

Zum vollstÀndigen Interview auf der Webseite der Bundesregierung

 

Neuer, aussichtsreicher Wirkstoff in der Blutkrebsforschung

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Eine Nachricht, die Hoffnung macht und viele Betroffene aufhorchen lĂ€sst: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht den Zusatznutzen des Wirkstoffs Blinatumomab als erheblich im Kampf gegen Akute Lymphatische LeukĂ€mie (ALL) an, einer sehr seltenen Form des Blutkrebses im Kindesalter. ALL ist eine selten vorkommende bösartige Erkrankung des blutbildenden oder lymphatischen Systems. Am hĂ€ufigsten sind Kinder betroffen. Unbehandelt fĂŒhrt die ALL innerhalb weniger Monate zum Tod. Typisch fĂŒr eine ALL-Erkrankung sind verschiedene AusprĂ€gungen und Unterkategorien, somit unterscheiden sich auch die BehandlungsansĂ€tze. Hierzu gehören derzeit vor allem die Chemotherapie und im Einzelfall eine Strahlentherapie oder eine Stammzelltransplantation.

Die Einstufung in der höchsten Kategorie wurde vom G-BA erst zum zweiten Mal ĂŒberhaupt vergeben. Das Ergebnis der Zusatznutzenbewertung ist die Entscheidungsgrundlage dafĂŒr, wie viel die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) fĂŒr ein neues Arzneimittel mit einem neuen Wirkstoff zahlt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist Ausgangspunkt fĂŒr die Preisverhandlungen zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem pharmazeutischen Hersteller. Am Ende der Verhandlungen steht fest, wie viel die gesetzliche Krankenversicherung fĂŒr das Arzneimittel kĂŒnftig bezahlt. Nur in den ersten zwölf Monaten nach Markteintritt eines Arzneimittels gilt der vom Hersteller festgelegte Preis. Je besser die Bewertung durch den G-BA ausfĂ€llt, desto höher sind die Chancen, dass die Kosten fĂŒr das Medikament komplett ĂŒbernommen werden.

Die Ergebnisse von bisherigen Kontrollstudien zeigen, dass Blinatumomab im Vergleich zu einer intensiven Chemotherapie grĂ¶ĂŸere Überlebenschancen bietet und das Risiko eines RĂŒckfalls als geringer einzuschĂ€tzen ist. Auch die zu erwartenden Nebenwirkungen fallen geringer aus. Blinatumomab ist ein gentechnisch hergestellter Antikörper, der das körpereigene Immunsystem gegen Tumorzellen wirken lĂ€sst. Ziel ist es, die LeukĂ€miezellen möglichst vollstĂ€ndig zu zerstören, damit das Knochenmark seine blutbildende Funktion wieder aufnehmen kann. Blinatumomab verspricht eine deutliche Verbesserung der Heilungschancen bei ALL und es wĂ€re allen Betroffenen zu wĂŒnschen, dass sich diese Erwartungen auch in Zukunft erfĂŒllen.

FĂŒr weitere Infos:
https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1015/

 

Teddy mit grĂŒnem Band - Zum Tag der Kinderhospizarbeit

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Dieser Teddy mit einem grĂŒnen Band um den Hals macht zum Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar auf betroffene Familien und die Arbeit der Kinderhospizeinrichtungen aufmerksam. Die grĂŒnen BĂ€nder sind fĂŒr lebensverkĂŒrzend erkrankte Kinder und ihre Angehörigen das, was die rote Schleife am Welt-Aidstag ist: ein sichtbares Zeichen gesellschaftlicher SolidaritĂ€t.

Dieser kuschelige Symbol-BĂ€r mit grĂŒnem Band und schwarzen Knopfaugen zeigt das ganze Jahr seine SolidaritĂ€t mit betroffenen Familien und der Kinderhospizarbeit. Ideal zum Spielen, Kuscheln und Verschenken.

Hier geht es zum Teddy