Ein Mädchen mit Atemschutzmaske blickt direkt in die Kamera

Der Bundesverband Kinderhospiz ist sehr besorgt über die Ausbreitung des Respiratorischen Synzytial-Virus (kurz RS), das derzeit die Kinderkliniken und Kinderfacharztpraxen in Deutschland aus- und überlastet. Die Atemwegserkrankung tritt vorwiegend bei Säuglingen, Kleinkindern und Grundschulkindern auf und kann sehr schwere und dramatische Verläufe nehmen. Erste Kinderkliniken melden bereits, an ihre Kapazitätsgrenzen und darüber hinaus zu kommen – und das mitten in der Corona-Pandemie. „Hier zeigt sich, dass die Anzahl der Intensivbetten auch auf Kinderstationen völlig ungenügend ist“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „Die Politik muss hier dringend schnell reagieren. Es darf nicht sein, dass Eltern mit schwer erkrankten Kindern fürchten müssen, keinen Klinikplatz zu bekommen!“

„Für Familien, die ohnehin ein Kind haben, das an einer lebensverkürzenden Erkrankung leidet und für das jeder Infekt eine große Gefahr ist, ist das RS-Virus eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung“, sagt Kraft. „Dass sich Kinder im Winter mit dem RS-Virus infizieren, ist nicht neu. Doch in diesem Jahr kommt die Infektionswelle früher und viel stärker – das liegt vermutlich daran, dass durch die Corona-Kontaktbeschränkungen das Immunsystem der Kinder nicht so abwehrstark ist. Viele der von uns betreuten Familien müssen jetzt auch noch diese neue Angst vor dem RS-Erreger aushalten.“ Der Bundesverband Kinderhospiz bittet deshalb Eltern um größtmögliche Vorsicht. Auch das RS-Virus überträgt sich über Tröpfchen- und Schmierinfektion und wird bei unkomplizierten Verläufen oft nicht erkannt. „Uns ist klar, unter welch dramatischen Einschränkungen Kinder in der Pandemie leiden. Bitte nehmen Sie trotzdem auch leichte Erkältungssymptome Ihrer Kinder ernst und vermeiden Sie in diesem Fall Kontakte zu anderen. Damit schützen Sie die rund 50.000 lebensverkürzend erkrankten Kinder in Deutschland, für die das RS-Virus eine tödliche Gefahr darstellt“.