200508 kinderkommision

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages mahnt, die Bed├╝rfnisse und die in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieften Rechte von Kindern in der Corona-Pandemie nicht aus dem Blick zu verlieren. In einem Pressetext erkl├Ąrt sie hierzu:

ÔÇ×Jede politische Entscheidung ├╝ber Ma├čnahmen zur Bek├Ąmpfung der Corona-Pandemie muss letztlich mit einem Zielkonflikt zwischen Schutz der Gesundheit, Wahrung pers├Ânlicher Freiheiten und Folgen f├╝r die ├Âkonomische Entwicklung umgehen. Dabei muss der Blick auch auf die Kinder gerichtet werden.
Kinder haben einen Anspruch auf soziale Kontakte, fr├╝hkindliche und schulische Bildung. Von Mitte M├Ąrz bis Anfang Mai waren Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen sowie Spiel- und Sportpl├Ątze weitestgehend geschlossen und Vereinsangebote gestrichen. Kinder konnten kaum pers├Ânliche Beziehungen zu Freunden und engen Verwandten unterhalten. Diese Situation kann nur in einem absoluten Ausnahmezustand gerechtfertigt werden.
Familien mit Kindern sind angesichts der Corona-bedingten Einschr├Ąnkungen besonders belastet. Eltern m├╝ssen neben der Arbeit in Beruf und Haushalt das fehlende Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebot ersetzen und sind angesichts der Krise nicht selten mit wirtschaftlichen Unsicherheiten konfrontiert. Gerade f├╝r Alleinerziehende bedeutet diese Situation eine gewaltige Belastung.
F├╝r Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien wirken sich die fehlenden Bildungschancen bei einer l├Ąnger andauernden Schlie├čung von Schulen und Kinderg├Ąrten langfristig besonders negativ aus. Familien mit Kindern, die aufgrund von k├Ârperlichen oder geistigen Behinderungen im Alltag besondere Unterst├╝tzung ben├Âtigen, sind auf funktionierende Strukturen sowohl bei Beh├Ârden als auch im Gesundheits- und Sozialsektor angewiesen.
Die Folgen des Shutdowns f├╝r Kinder, die in einem h├Ąuslichen Umfeld aufwachsen, in dem Alkoholismus, Gewalt oder Missbrauch eine Rolle spielen, sind sehr besorgniserregend. Hier fehlen Ausweich- und Fluchtm├Âglichkeiten. Gleichzeitig sind Hilfsangebote angesichts der Corona-Ma├čnahmen vielerorts nur eingeschr├Ąnkt zug├Ąnglich.
Die Kinderkommission begr├╝├čt grunds├Ątzlich die Ma├čnahmen, die unter anderem die Jugend- und Familienministerkonferenz und die Kultusministerkonferenz sowie die Konferenz der Ministerpr├Ąsidenten und der Bundeskanzlerin mit Blick auf die schrittweise ├ľffnung von Bildungs- und Betreuungsangeboten in die Wege geleitet haben.
Die Kinderkommission unterstreicht, dass es nach einer begrenzten ├ťbergangszeit einer echten Perspektive f├╝r Kinder und Familien bedarf, wann und wie Betreuungseinrichtungen, Schulen, au├čerschulische und sonstige Angebote einen regel-m├Ą├čigen Betrieb wieder aufnehmen k├Ânnen. Dabei muss um-sichtig, schrittweise, differenziert und kreativ vorgegangen werden. Es muss akzeptiert werden, dass gerade kleine Kinder - bei aller Bereitschaft - oft nicht in der Lage sind, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.ÔÇť