190815 Katja Mast

Gemeinsam mit der Pflegebeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion Heike Baehrens hat Katja Mast zu einem Fachgespr├Ąch "Pflegende Eltern" in der Familienherberge Lebensweg in Illingen-Sch├╝tzingen eingeladen. Ziel war der gemeinsame Austausch dar├╝ber, wie Eltern von schwerst pflegebed├╝rftigen Kindern entlastet werden k├Ânnen.

Die Pflege eines schwerst-mehrfachbehinderten Kindes beansprucht Eltern voll und ganz. Denn egal, ob tags├╝ber oder nachts: Das Kind braucht laufend Unterst├╝tzung. Wenn die Pflege zum dominierenden Bestandteil des Lebens wird, bleiben Selbstbestimmtheit und Freizeit auf der Strecke. Auch Geschwisterkinder erleben eine besondere Kindheit.

ÔÇ×Wir haben gr├Â├čten Respekt vor der Leistung dieser Eltern und Familien", so Mast und Baehrens.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion wies deshalb darauf hin, dass pflegende Eltern vor allem Entlastung erfahren m├╝ssten. Mast findet wichtig, dass die Energie und Zeit der betroffenen Familien nicht f├╝r Papierkrieg mit den Kostentr├Ągern aufgebraucht werde. Baehrens erg├Ąnzt, dass bei den Anstrengungen und Berichterstattungen zum Thema Pflege der Fokus h├Ąufig auf der Altenpflege liege. Die Pflege behinderter Kinder r├╝cke dabei in der ├Âffentlichen Debatte in den Hintergrund. ÔÇ×Dies m├╝ssen wir ├ĄndernÔÇť, findet die Pflegebeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion.

Entlastungen k├Ânnen betroffene Familien bereits vom geplanten Angeh├Ârigenentlastungsgesetz der Bundesregierung erwarten. Durch das Angeh├Ârigenentlastungsgesetz werden Pflegende in finanzieller Hinsicht profitieren: Eltern beziehungsweise Kinder pflegebed├╝rftiger Menschen werden in Zukunft erst ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro f├╝r die Kosten mit herangezogen. Zudem sorge das Gesetz f├╝r mehr Inklusion in der beruflichen Bildung und f├Ârdere damit den Ausbau des inklusiven Arbeitsmarkts, so Mast und Baehrens.

Beide Abgeordnete w├╝rdigten besonders die Arbeit der Familienherberge Lebensweg in Illingen-Sch├╝tzingen um Gr├╝nderin und Initiatorin Karin Eckstein. Hier werde phantastische Arbeit geleistet, um Familien einem intensiv pflegebed├╝rftigen Kind einen gemeinsamen zu erm├Âglichen.

Doch den beteiligten Eltern geht es um mehr. Sie wollen weniger b├╝rokratischen Aufwand bei der Beantragung und Durchsetzung ihrer Rechtsanspr├╝che. Denn immer wieder neu zu beantragende oder nicht genehmigte Hilfsmittel belasten die famili├Ąre Situation zus├Ątzlich.
Auch beim Thema Absicherung im Alter f├╝hlen sich die Familien allein gelassen. Das berichteten die betroffenen M├╝tter, Frau Niethammer und Frau Hoffmann, die eigens f├╝r das Gespr├Ąch angereist waren. ÔÇ×Endlich h├Ârt uns mal jemand zu", hie├č es aus den Reihen der Betroffenen.

Am Gespr├Ąch nahmen au├čerdem Karin Eckstein (Familienherberge Lebensweg), Sabine Kraft (Bundesverband Kinderhospiz e.V.), Anna Lammer (Landesstelle Palliative Care f├╝r Kinder und Jugendliche), der MDK, Helmut Keller von der AOK und nat├╝rlich die beiden Behinderten- bzw. Inklusionsbeauftragten aus Pforzheim und dem Enzkreis, Mohamed Zakzak und Anne Rouvi├ęre-Petruzzi, teil.

Die beiden Bundestagsabgeordneten Mast und Baehrens versprachen, sich der Themen anzunehmen und nach L├Âsungen f├╝r die Familien zu suchen.