191206 Candle Lighting

Bundesverband Kinderhospiz begleitet mit dem OSKAR-Sorgentelefon trauernde Familien am „Worldwide Candle Lighting“

Ob in Sydney, Tokio, New York, London, Berlin oder Lenzkirch, an vielen großen und kleinen Orten in der Welt sieht man einzelne Kerzen in den Fenstern. Rund um den Globus werden am 2. Sonntag im Advent um 19 Uhr von Eltern, Geschwistern, Großeltern, Verwandten und Freund/-innen eines verstorbenen Kindes Kerzen angezündet. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten Zeitzone entzündet, so dass eine Lichterwelle einen Tag lang um die ganze Welt geht.

„Der Tod eines Kindes stürzt Eltern in tiefste Verzweiflung. Der Verlust wird als so einschneidend erlebt, dass Eltern meinen, es wäre ein Stück von ihnen gestorben. Es ist ein Schmerz, der niemals aufhört“, weiß Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz (BVKH). „Den Angehörigen helfen Rituale des gemeinsamen Gedenkens an ihre verstorbenen Kinder und das Wissen, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind“, schildert sie.

Das Ritual des Candle Lighting verbindet Menschen mit ähnlichem Schicksal und vermittelt Solidarität. Heute wird an Kinder gedacht, die vor oder nach der Geburt, klein oder groß, vor kurzer oder langer Zeit gestorben sind. Jedes Licht, welches heute Abend ins Fenster gestellt wird, symbolisiert, dass jedes dieser Kinder das Leben erhellt hat und sie nie vergessen werden, weil die Erinnerung an sie immer weiter in den Herzen der Familien leuchtet. Das Licht steht ebenfalls für die Hoffnung, dass auch das Dunkel der Trauer von einem Lichtstrahl des Trostes erhellt werden kann.

„Fast alle betroffenen Eltern berichten mir, dass sie nach einiger Zeit sehr allein sind und kaum noch jemand nach ihrem verstorbenen Kind fragt oder sich nach ihrem Befinden erkundigt“, erklärt Kraft. „Aber für betroffene Eltern fängt der Trauerweg gerade erst an…“.

Jedes Jahr sterben rund 5000 Kinder an einer lebensverkürzenden Erkrankung. „Nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern auch an anderen Tagen benötigen trauernde Angehörige Unterstützung, denn den Tod eines Kindes zu verkraften, dauert für manche Eltern ein Leben lang“, beschreibt Sabine Kraft. „Es ist für die Betroffenen wichtig zu wissen, dass ihnen jemand zuhört, besonders, wenn die Menschen in der Umgebung erwarten, dass der Verlust langsam verarbeitet sein müsste.“ Das OSKAR-Sorgentelefon des Bundesverbandes Kinderhospiz ist als Ansprechpartner unter der Nummer 0800/8888 4711 rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, anonym und kostenfrei zu erreichen. Ob Trauernde, Fachleute, Betroffene oder Angehörige, OSKAR beantwortet alle Fragen und hat immer ein offenes Ohr.

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