180723 KLL unterwegs

Kilometerweise besondere Momente

Mehr als 2500 Kilometer hat die Angel-Fackel, das engelsförmige Wahrzeichen des Kinder-Lebens-Laufs, inzwischen hinter sich. Sie war in den Händen von Fußgängern, Radfahrern, auf Kutschen, Treckern und in historischen Fahrzeugen unterwegs. Ihr Weg führt sie durch ganz Deutschland, von Kinderhospiz zu Kinderhospiz, über 6000 Kilometer weit. Stationen des Kinder-Lebens-Laufs sind die über 100 Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbands Kinderhospiz, ambulante oder stationäre Kinderhospize, die in dem Kinder-Lebens-Lauf eine große Chance sehen. „Viele unserer Mitglieder veranstalten wunderbare Aktionen, wenn die Fackel bei ihnen eintrifft“, berichtet Sabine Kraft. Die Geschäftsführerin des Bundesverbands ist selbst oft mit dabei, wenn die Fackel weitergegeben wird. Im Wechsel begleiten die Mitarbeiter den Kinder-Lebens-Lauf mit einem eigenen Tourbus.
„Wir erleben hier kilometerweise besondere Momente“, erklärt Kraft. „Vom Kindergartenkind bis zum Bürgermeister, oft steht eine ganze Gemeinde oder Stadt hinter der Aktion zugunsten ihres Kinderhospizdienstes vor Ort!“ Damit wird eines der Ziele erreicht, die mit dem Kinder-Lebens-Lauf verwirklicht werden sollten: Aufmerksamkeit für die Menschen, die sich in Deutschland so verlässlich für die weit über 40.000 Familien einsetzen, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben. „Ein Kinderhospiz ist kein Ort, den man sucht, wenn man ihn nicht braucht“, weiß Sabine Kraft. „Deshalb ist es auch so schwierig, Unterstützer zu finden, die dem Tabuthema ‚Kinder und Tod‘ offen begegnen.“ Der Kinder-Lebens-Lauf jedoch macht unbeschwerte Begegnungen möglich und zeigt, wie erfüllend es ist, sich für Familien mit unheilbar kranken Kinder einzusetzen. „In der Kinderhospizarbeit geht es nicht ums Sterben. Es geht darum, noch so viel Glück wie möglich erlebbar zu machen! Wer unsere Fackel ein kleines Stück weit trägt, setzt damit ein großes Zeichen der Solidarität“, so Kraft. „Es ist sehr bewegend zu sehen, welche Emotionen das auf beiden Seiten freisetzt.“
Für betroffene Familien ist es im Alltag oft schwer, nicht ins gesellschaftliche Abseits zu geraten – die Krankheit des Kindes beansprucht oft ihre ganze Energie, alle zeitlichen Kapazitäten, bringt neben all den Ängsten auch noch finanzielle Sorgen mit sich. Außenstehende wenden sich oft ab, weil sie das Schicksal nicht mitansehen können oder schlicht zu unsicher sind, wie man in einer solchen Situation reagiert. „Die schönsten Momente im Kinder-Lebens-Lauf sind die, bei denen sich Kranke und Gesunde gemeinsam auf den Weg machen“, erzählt Sabine Kraft.
Derzeit ist der Kinder-Lebens-Lauf in Nordrhein-Westfalen unterwegs, danach wird er weiter durch die südlichen und östlichen Bundesländer wieder zurück nach Berlin führen. Am 13. Oktober, dem Welthospiztag, endet die Kampagne in Deutschland.
Nachwirken wird der Kinder-Lebens-Lauf jedoch weit länger. Sogar weltweit, denn als Vorsitzende des internationalen Kinder-Palliativnetzwerkes ICPCN hat Sabine Kraft den Anstoß für Kinder-Lebens-Läufer auf allen Kontinenten gegeben. Bei einem internationalen Kongress im Mai verteilte sie Angel-Fackeln an alle teilnehmenden Staaten; bis zum nächsten Treffen 2020 planen die Mitglieder eigene Kinder-Lebens- Läufe nach deutschem Vorbild. Der Kinder-Lebens-Lauf: Eine Idee, die bewegt, im Großen wie im Kleinen.

Zur vollständigen Pressemitteilung
Download Pressefoto